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MiD 2002:

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Vergleich MiD und SrV:

In Anlehnung an die zurückliegenden Erhebungen in der ehemaligen DDR und der neuen Bundesländer wurde im Jahr 2003 durch die Technische Universität Dresden, Verkehrs- und Infrastrukturplanung unter dem Namen "Mobilität in Städten" eine weitere SrV-Erhebung (System repräsentativer Verkehrsbefragungen) durchgeführt. Informationen zu dieser Studie und entsprechende Ansprechpartner finden Sie unter www.tu-dresden.de/srv. Da sich für viele Datennutzer die Frage nach der Vergleichbarkeit von MiD 2002 und SrV 2003 stellt, finden Sie in der folgenden Tabelle eine ausführliche Gegenüberstellung der Merkmale beider Studien sowie eine Zusammenfassung der Übersicht. Obwohl sich die SrV-Erhebung in der aktuellen Variante in vielen Punkten an das Erhebungsdesign von MiD 2002 angepasst hat, sind zahlreiche Unterschiede zu beachten. Diese gehen sowohl auf die unterschiedliche Aufgabenstellung als auch auf Merkmale bei der Durchführung der Studien zurück.

Zusätzlich steht ein ausführlicher Artikel zur Verfügung, der sich grundsätzlich mit der Vergleichbarkeit verschiedener Verkehrserhebungen beschäftigt und bereits in der Zeitschrift DER NAHVERKEHR erschienen ist.
Download: Vergleichbarkeit von Verkehrserhebungen - MiD und SrV

Vergleich von Merkmalen von Mobilität in Deutschland 2002 und System repräsentativer Verkehrsbefragungen 2003

1. Allgemeines und Abgrenzungen

  Mobilität in Deutschland 2002 Mobilität in Städten - S r V 2003
Thema Strukturmerkmale und Mobilität von Personen und Haushalten Strukturmerkmale und Mobilität von Personen und Haushalten
     
Erhebungszeitraum 7.12.2001 bis 22.12.2002 01.04.2003 bis 30.06.2003
     
Auftraggeber BMVBW Kommunen, Länder, Verkehrsunternehmen
     
Auftragnehmer infas Bonn, DIW Berlin VIP TU Dresden, omniphon Leipzig
     
Grundgesamtheit Wohnbevölkerung Wohnbevölkerung in vier westdeutschen und 30 ostdeutschen Städten und Gemeinden
     
Auswahlgrundlage Einwohnermelderegister Einwohnermelderegister
     
Auswahlverfahren zweistufig geschichtete Zufallsauswahl,
Vorgabe einer differenzierte Ziehungsanweisung
einfache Zufallsauswahl
Einheitliche Ziehungsanweisung für alle Städte
     
Ziehungseinheit Personen ab 14 Jahren alle Personen
     
Erhebungseinheiten Haushalt, alle Personen des Haushalts Haushalt, alle Personen des Haushalts
     
Stichprobenumfang 25.848 Haushalte,
61.729 Personen
167.851 Wege
13.529 Haushalte,
33.314 Personen
100.508 Wege
     
Erhebungsmethoden CATI, schriftlich-postalisch CATI, schriftlich-postalisch
     
Berichtsperiode jeweils ein Stichtag aus allen Tagen des Erhebungszeitraums von 12 Monaten jeweils ein Stichtag aus den Tagen Dienstag bis Donnerstag
     
Erhobene Mobilitätsarten Alltagsverkehr, Modul Wirtschaftsverkehr, Modul Reisen Alltagsverkehr
     
Definition Weg an einen Zweck gebunden
unabhängig von genutzten Verkehrsmitteln
an einen Zweck gebunden
unabhängig von genutzten Verkehrsmitteln
modifiziert durch
Aufspaltung von Rundwegen
     
Periodizität der Erhebung wiederholter Querschnitt wiederholter Querschnitt
     
Inland-/Inländerbezug Inländer Inländer – wohnortbezogener Verkehr
     
Rücklauf schriftlich 42 % Stufe 1 / 56 % Stufe 2 / ges. 23 %
schriftlich/telefonisch 42 % Stufe 1 / 82 % Stufe 2 / ges. 34 %
telefonisch 68 % Stufe 1 / 79 % Stufe 2 / ges. 53 %
Mix gesamt nach allen Stufen 42%
schriftlich 15%
telefonisch 52%
gesamt (nur einstufiges Design) 32%
     
Anteile der Erhebungsarten in Auswertungsstichprobe
Personenebene

nur schriftlich 4%
HH schriftlich / Wege telefonisch 25%
telefonisch 72%
schriftlich 25%
telefonisch 75%
     
Non-response Erhebung ja, zusätzlich kontinuierliche Wiedervorlage bestimmter „weicher“ Erstverweigerer Nein
     
Selektivitätsanalysen Ja Nein
     
Ergebnisse (u.a.) Soziodemographie Haushalte und Personen, Fahrzeugmerkmale
Wege, Pkm, Minuten, Fzgkm, Fzgkm im Jahr
Soziodemographie, Haushalte und Personen
Motorisierung und Fahrzeugnutzung
Wege, Pkm, Minuten
Fahrkartenbesitz und –nutzung
Quelle-Ziel-Gruppen
     
Berichtswesen
Stand 12/2003

Homepage, Endbericht, Tabellenband, zahlreiche weitere Dokumente und Veröffentlichungen Homepage, Endberichte mit Dokumentation für alle Auftraggeber
     
Verfügbarkeit der Ergebnisse Metadaten, Datensätze, Auswertungstool über DLR (Clearingstelle Institut für Verkehrsforschung)

eingeschränkte Verfügbarkeit der Datensätze, da diese Eigentum der Städte sind. Für wissenschaftliche Zwecke jedoch nutzbar.

2. Erhebungsdesign

  Mobilität in Deutschland 2002 Mobilität in Städten - S r V 2003
Versand telefonische Erhebung normale Post Infopost
     
a) Stufe 1:
Haushaltsrekrutierung
Ankündigung
Begleitbrief BMVBW
Datenschutzerklärung
Studieninformation
Ankündigung, weitgehend autorisiert durch kommunale Planungsämter bzw. Oberbürger-meister
Merkblätter (Jogger) für fünf Personen im Pauschalpaket für jeden Haushalt, unabhängig von der tatsächlichen Personenzahl, keine Individualisierung
Datenschutzerklärung
     
b) Stufe 2:
Personen- und Wegeinterviews
Anschreiben
Personalisierte Wegeprotokolle für jedes Haushaltsmitglied ab 14 Jahren
Personalisierte Wegeprotokolle für jedes Haushaltsmitglied unter 14 Jahren
entfällt da einstufig (Telefoninterviews nach Stufe 1)
     
Versand schriftliche Erhebung    
     
a1) Versand Haushaltsfragebogen Anschreiben
Begleitbrief BMVBW
Datenschutzerklärung
Studieninformation (Faltblatt)
Haushaltsfragebogen
Anschreiben, weitgehend autorisiert durch kommunale Planungsämter bzw. Oberbürgermeister
Haushaltsfragebogen
Personenfragebogen
Wegefragebogen
Merkblatt (Jogger)
Datenschutzerklärung
     
a2) 1. Mahnung (Haushaltsfragebogen) Anschreiben
Haushaltsfragebogen
1. Erinnerung mit neuem Anschreiben und neuem Stichtag
     
a3) 2. Mahnung (Haushaltsfragebogen) Anschreiben
Haushaltsfragebogen
2. Erinnerung mit neuem Anschreiben und neuem Stichtag
     
b1) Versand der Personen- und Wegefragebogen Anschreiben
Personalisierte Personen- und Wegefragebögen für jedes Haushaltsmitglied ab 14 Jahren
Personalisierte Kinderfragebögen für jedes Haushaltsmitglied unter 14 Jahren
entfällt, da nichtpersonalisierte Personen- und Wegefragebögen für fünf Personen gemeinsam mit Haushaltsfragebogen in Phase a1) versendet
     
b2) Erinnerungsschreiben Anschreiben entfällt (einstufige Befragung) Erinnerung in a2) und a3)
     
CATI mehrstufig
Haushaltsinterview
Erinnerungsanruf vor Stichtag
ggfs. mehrere Personeninterviews
standardisierter Ablauf, also alle Fragen mit vorgegebener Formulierung auf dem Bild-schirm
feste Sukzession
einstufig
alle Fragen mit vorgegebener Formulierung auf dem Bildschirm
Sukzession soweit erforderlich, Filterführung entsprechend vorgegeben
     
Zwecke zweistufige Erfassung von 39 Zwecken, darunter spezielle Kinderzwecke Zuordnung zu MiD-Zwecken aus Forschungsprojekt ‚Kompatibilität’ im Vorfeld des SrV

einstufige Erfassung, 10 Zweckkategorien auf MiD abgestimmt

     
Gewichtung nach Bundesländern:
Haushaltsgröße
BIK, BBR
Wochentage und Stichtagsmonate
Alter, Geschlecht
Haushaltsgröße
Alter
Geschlecht
     
Kontaktdauer je Fall    
     
Haushaltsinterview Kontaktverwaltung über 14 Tage, 14 Tage Pause, zweimalige Wiederholung
bis 2 Tage nach Stichtag
bei Nichterreichung oder Neuterminierung Wiedervorlage in der Folgewoche mit Erinnerung und neuem Stichtag
     
Personen-Wegeinterview Kontaktverwaltung über 14 Tage nach dem Stichtag, erhöhte Kontakthäufigkeit in den ersten beiden Tagen nach dem Stichtag (alle 15 Minuten)  
     
Jogger und Proxy Regeln ausgefüllter und verfügbarer Jogger verbindlich für Proxy, wenige standardisierte Ausnahmen bei Erfassung einen oder zwei Tage nach dem Stichtag, Ziel: Erfassung tatsächlichen Verhaltens anstatt von „Durchschnittswerten“ Anweisung, bei Proxy-Interviews Vorhandensein des Joggers abzufragen
Erfassung einen oder zwei Tage nach dem Stichtag, Ziel: Erfassung tatsächlichen Verhaltens anstatt von „Durchschnittswerten“
     
Definition Vollständig für Auswertestich-probe min. 50 % der Haushaltsmitglieder
Grundsätzlich alle Personen, jedoch mindestens 50% der Haushaltsmitglieder
     
Proxyanteil
13 % ohne und 24 % incl. Kinder  
     
Interviewer + schulung eintägige Interviewerschulung
Interviewerhandbuch
besonderes Training zur Einwandsbehandlung
Nachschulungen anhand von Erfolgsquoten
kontinuierliche Feedback-Runden mit inhaltlicher Projektleitung
Interviewerschulung
Interviewerhandbuch
Definierte Regeln und Vorgaben zum Umgang mit Einwänden
Nachschulungen anhand von Erfolgsquoten
     

3. Vergleichbarkeit und Zusammenfassung

  Mobilität in Deutschland 2002 Mobilität in Städten - S r V 2003
Gebiet alle Regionen, für Vergleich mit SrV Beschränkung auf Gebietstypen erforderlich 4 westdeutsche und 30 ostdeutsche Städte und Gemeinden
     
Stichtage gesamte Woche, für Vergleich mit SrV Beschränkung auf Ergebnisse für die Kernwoche erforderlich Kernwoche, d.h. mittlerer Werktag (Di,Mi,Do)
     
Erhebungszeitraum
etwa 360 Stichtage im Jahresverlauf 2002
April - Juni 2003
     
Erhebungsmethode telefonisch-schriftliche Befragung mit zweistufigem Design, d.h. Haushalts- und Personenfragebögen wurden in zwei Stufen verschickt

voll standardisierte telefonische Erhebung

Memory Jogger als Merkhilfe

drei Mahnstufen
telefonisch-schriftliche Befragung mit einstufigem Design, d.h. einmaliger Versand aller Erhebungsunterlagen


teilweise standardisierte telefonische Erhebung

Wegeprotokoll als Merkhilfe

zwei Mahnstufen
     
Wegedefinition
weitgehend identisch
     
Wegehäufigkeit
differenziert zu prüfen aufgrund unterschiedlicher Rücklaufquoten und hoher Proxyanteile (Stellvertreterinterviews) sowie höherer schriftlicher Anteile im SrV
     
Wegestruktur
differenziert zu prüfen aufgrund möglicher saisonaler Effekte im SrV wg. Begrenzung der Feldzeit bzw. geringer Anzahl der einbezogenen Wochen (Wettereffekte etc.)
     
Rücklaufquoten
Vergleichbarkeit eingeschränkt aufgrund unterschiedlichen Erhebungsdesigns
(Mehrstufigkeit in MiD)
     
Gesamtbewertung
bedingte Vergleichbarkeit durch unterschiedliche Zielsetzungen und Rahmenbedingungen